Die bekannteste und renommierteste Weinregion Spaniens ist Rioja (offiziell: La Rioja), wo die rote Tempranillo-Traube die Hauptrolle spielt. Schon seit Urzeiten wird in Rioja Wein hergestellt, doch der echte Durchbruch kam im 19. Jahrhundert. Das Gebiet wurde von einer Reblaus-Epidemie heimgesucht. Französische Weinhändler reisten über die Pyrenäen und lehrten die Winzer, wie sie ihren Wein in kleinen Eichenfässern reifen lassen konnten. Bis heute wird diese Methode noch immer angewendet. Rioja hat das Ansehen des spanischen Weins enorm verbessert. Die Region selbst erhielt als einzige spanische Weinregion das höchste Appellationsniveau: Denominación de Origen (DOCa). Doch Rioja ist vor allem berühmt wegen seiner renommierten Topweine. Die meistverwendeten Traubensorten für Rotwein sind hier Tempranillo, Grenache Noir, Graciano und Mazuelo. Riojaweine sind oft eichenholzgereift und haben den hierfür kennzeichnenden Geruch und Geschmack. Der Wein enthält eine Vielzahl Aromen von Früchten, Vanille und Kräutern. Es sind unterschiedliche Reifungsmethoden bekannt, die für die Weine angewendet werden können. Die spanische Gesetzgebung gibt vor, wie und über welche Dauer der Wein reifen muss. Diese Anforderungen sind im Riojagebiet sehr streng. Zu den verschiedenen Reifungsmethoden:
*Rioja Joven
Joven ist ein Wein, der jung auf den Markt kommt und direkt nach der Ernte verkauft wird. Dieser Wein ist nicht oder kaum holzgereift.
*Rioja Semi-Crianza
Der Semi-Crianza durchläuft eine Holzreifung von etwa drei bis sechs Monaten. Der Wein erhält dadurch einen komplexeren Körper und kräftigere Holznoten.
*Rioja Crianza
Als Rotwein darf Rioja Crianza erst drei Jahre nach der Ernte verkauft werden. Die Mindestreifedauer beträgt 12 Monate. Den Rest der Zeit reift der Wein in der Flasche weiter. Bei weißem Rioja ist eine Holzreifung von mindestens sechs Monaten vorgeschrieben, wobei der Wein dann innerhalb eines Jahres in die Regale kommt.